Familiendrama

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Abstract

Ursprünglich wurde unter “Familiendrama” literarische Texte, die in einem Familienkontext spielten, verstanden. Unter dem Begriff Familiendrama sind heute jedoch zunehmend Gewalthandlungen – oftmals mit Todesfolge – zwischen Familienmitgliedern zu verstehen.

DISKRIMINIERUNG

Familiendrama

Ursprünglich wurde unter “Familiendrama” literarische Texte, die in einem Familienkontext spielten, verstanden. Unter dem Begriff Familiendrama sind heute jedoch zunehmend Gewalthandlungen – oftmals mit Todesfolge – zwischen Familienmitgliedern zu verstehen. Hierum soll es im folgenden Artikel gehen. Es handelt sich um einen beschönigenden Begriff, da unter Drama im eigentlichen ein Theaterstück auf Textgrundlage und im erweiterten Sinn ein emotionaler Film mit Charakterstudien verstanden wird.
Weitere Wortschöpfungen, die synonym mit Familiendrama verwandt werden sind Ehedrama, Familientragödie und Beziehungstat, für harmlosere Übergriffe auch Familienstreitigkeiten oder Familienkrach. Auch die Gewalt des Täters/ der Täterin wird in den Medien oftmals verharmlost, in dem als Erklärungsmuster Formulierungen wie “Nerven verloren” oder “Kontrolle verloren” benutzt werden.

Laut polizeilicher Kriminalstatistik von 2003 entstammen in 58% der Tötungsdelikte Täter und Opfer aus dem selben Bekannten- bzw. Verwandtenkreis. 2006 standen in der Bundesrepublik Deutschland 87 der 170 ermordeten Frauen in einem verwandschaftlichen Verhältnis zum Täter.[1]

Bei Frauen und Männern finden sich als Besonderheiten vor dem Tötungsdelikt deklassierende Lebenssituationen und eine Zuspitzung des Konfliktes. Ein signifikanter Unterschied bestehe laut einer Studie jedoch darin, dass Frauen ihre Beziehungspartner töten, weil sie sich trennen wollen, während Zweidrittel der befragten Männer ihre Beziehungspartnerinnen töten, weil sie einer Trennung nicht zustimmten.[2]

Siehe auch:

Literatur

  • Rasch, W. (1964). Tötung des Intimpartners. Stuttgart: Enke
  • Steck, P., Möhle, B., Sautner, A., Schmid, U. (2002). Partnertötung durch Frauen. Monatsschrift
    für Kriminologie und Strafrechtsreform, 85, 341-348.
  • Steck, P. (2005): Tödlich endende Partnerschaftskonflikte. In: Kerner, H.-J.; Marks, E. (Hrsg.): Internetdokumentation Deutscher Präventionstag. Hannover. PDF-Datei